Freitag, 7. Juni 2013

In Korea

In Seoul findet zur Zeit ein Teefestival statt und meine Teemeisterin nimmt daran teil. Als Schüler muss ich natürlich bei der Messe helfen, so dass wir gemeinsam gefahren sind. Wie es immer bei Messen ist, muss man den ganzen Tag in den Messehallen stehen, immer freundlich und sehr aufmerksam sein.
Am Abend nach der Messe gibt es Businessgespräche bei überteuertem Abendessen und am nächsten Morgen steht man mit dem Auto wieder im Stau, um zur Messe gefahren zu werden. Dies gilt jedenfalls für meine Teemeisterin. Zum Glück kann ich mich da heraushalten und, wenn auch nur kurz aber immerhin, die Stadt genießen.

 




 





























Korea scheint immer noch ein aufstrebendes sich entwickelndes Land zu sein. Es gibt viele junge Menschen in Seoul, die immer über die neuesten Trends Bescheid zu wissen scheinen. Sie sind fesch angezogen, haben die neuesten Handys (kein Wunder, Samsung ist koreanisch und ist hier in neuster Ausführung auch am meisten nach dem iPhone zu sehen) und sehen sehr selbstbewusst aus. In der U-Bahn hat jeder Zweite ein Handy in der Hand und hat damit irgendetwas zu tun, auch wenn es oft nur eine Art modernes Tetris ist. Allerdings gilt, wie in Japan aber ganz im Gegenteil zu Taiwan, in den öffentlichen Verkehrsmitteln keine Telefongeräusche, was sehr angenehm ist.

Mein Zimmer liegt mitten im alten Zentrum und der angesagtesten Touristen- und Partymeile, in Insadong. Am zweiten Tag machte ich mich gleich auf die Suche nach dem Teehaus, das ich das letzte Mal vor acht Jahren besucht habe und habe es auch wiedergefunden, obwohl sich wirklich viel in der Stadt verändert hat aber irgendwie bleibt doch vieles gleich. Es war sehr schön dort Tee zu trinken, die Einrichtung ist noch immer die gleiche und zum Glück auch der Besitzer, obwohl ich es größer in Erinnerung hatte. Nachdem ich aber eine Weile dort gesessen habe, hat sich die Größe und auch alles andere meinen Erinnerungen angepasst oder umgekehrt.

Als ich vor neun Jahre das erste Mal in Korea war, wurde gerade die Cheonggyecheon-ro, die aus einer zweietagigen Autostraße bestand, zurückgebaut und der darunterliegende kleine Fluss wieder ans Tageslicht geholt, mit Flanierstrecke am Fluss entlang. Ein Jahr später war ich zur Eröffnung dieser neuen Straße dort und nun, nach acht Jahren, ist diese Flanierstrecke mit hohen Gräsern und Bäumen bewachsen und immer noch sehr beliebt. Und ganz im Gegenteil zu dem, wie es in Berlin wäre, total sauber, ohne Graffiti und alle elektrischen Anlagen funktionieren noch.
Allerdings wo Reichtum und Jugend ist gibt auch und oft im krassen gegensatz das Gegenteil.
Leider gibt es auch zu viele Menschen, die nicht am Wohlstand teilhaben.

Morgendämmerung in den Bergen von Puli

Sonntag, 2. Juni 2013

Erdbeben

Heute erschütterte gegen 14 Uhr ein Erdbeben mit einer Stärke von 6,3 Taiwan und zwar im Zentrum der Insel, genau in der Stadt in der ich wohne.
Wir sind gerade von dem Bergteefeld auf dem Rückweg gewesen als uns ein Stau aufhielt, nach einigen Minuten kam der Anruf, dass die Erde gebebt hatte und auch der Grund für den Stau war. Nach 2 Stunden ging es weiter und nur etwa einen Kilometer vor uns hatte eine Steinlawine 2 Autos erwischt und die Straße musste durch schwere Baumaschinen, die in einer nahegelegenen Baustelle standen, weggeräumt werden. Wir hatten von dem Beben nichts bemerkt, vielleicht hatte die Bergstraße die Erschütterung gedämpft. Allerdings gab es gegen 18 Uhr ein Nachbeben. Es fuhr gerade ein knatterndes Motorrad an dem Teeladen vorbei, ich war mit dem Einpacken von Tee beschäftigt und konzentriert, so dass ich annahm ein Schwertransporter sei vorbeigefahren und verursachte die Erschütterung, las die Leute im Laden aufgeregt etwas riefen. Im Nachhinein hatte ich dann doch ein sehr seltsames und unangenehmes Gefühl im Magen.