Freitag, 3. Mai 2013

Essen

Vor einer Woche war hier noch nichts von Bambus zu sehen und nun stehen 3m hohe Sprossen im Teefeld, die natürlich dort nichts zu suchen haben, daher waren selbige einige Stunden später schon im Topf. Dabei durfte ich erfahren, dass es doch nicht so einfach ist an den essbaren Teil  der Bambusspitzen zu kommen. Wilder Bambus auf einem Biofeld, mehr Bio geht kaum!!!!



Garküchen alle 5 Meter, mit interessanten Speisen



und Märkte mit interessanten Dingen. (wird ergänzt)


Bittermelone                                                                 Fischmarkt                                                                   Algen

Nebentätigkeit

Nebenbei mache ich noch Fotos und Texte in deutsch für den Katalog des Teefarmers, da es im Oktober zur Messe in Süddeutschland geht.

Grüner Oolong Tee.

Entspannung

Puer

Bisher war ich von Puer-Tee nicht besonders angetan, dies hat sich hier aber geändert. In Taipei gibt es einen Laden, der sich ausschließlich mit Puer-Tee befasst und der Tee war sehr angenehm. Zwar hatte er auch unterschwellig seine bittere und erdige Note aber eine angenehme und nicht zu unterschätzende Süße. Neben Puer-Tee gibt es auch noch Age-tea, was man vielleicht mit gereiftem Tee übersetzen kann. Bei Frau Yen habe ich 40 Jahre alten Tee getrunken, was sehr gewöhnungsbedürftig ist aber schon nach der ersten Schale setzt selbige ein und nach ein paar Tagen schmeckt er sehr gut. Irgendwie erinnert dieser Tee an den Geschmack von Kaffee aber doch wesentlich besser, da die starke Säure fehlt und der Tee auch nicht so bitter wie Kaffee ist. Puer-Tee wird vorwiegend in China produziert aber zu seinem Alter kommt er in den wohlhabenderen Gegenden wie Hongkong und Taiwan. Je älter der Tee ist, desto teurer natürlich. Es gibt Sammler von Puer-Tee genau so wie bei Wein und der Tee erreicht auch ähnliche Preise. Wobei der Tee in Briketts oder Scheiben gepresst ist.
Puer Tee ca. 30 Jahre alt, auf der Decke: "ein schönes Lenen / Eul Seon / koreanisch"

Teehäuser

Frau Yen hat mich auf eine kleine Tour mitgenommen, um ein paar Teehäuser in Taipei kennenzulernen, wobei ich in einem, voraussichtlich Ende Mai, eine Teeservierschulung von 2 Tagen erhalten werde, was mich sehr freut.


Der Blick in verschidene Teehäuser mit der Aufforderung selbst Tee zu machen.

Es werden noch weitere Bilder von anderen Teehäusern folgen.







Wie in einer Apotheke sind die "gereiften" (älter als 5 Jahre) Tees in Steingutgefäßen verwahrt.
Handgeschriebene Teekarte im Teehaus in Taipeh.



Kaligraphie Teemeister KC nimmt mich jeden Donnerstag mit zu seinem Kaligraphieunterricht. Zwar weiß ich nicht genau, was ich da schreibe aber es macht Spaß und ich glaube, den anderen Schülern auch. Denn wenn sie meine Versuche betrachten, bekommen sie immer ein sehr heiteres Gesicht. Dennoch lobt mich der Kaligraphielehrer, ob aus Höflichkeit oder ob es wirklich gut ist, wage ich nicht einzuschätzen. Das Besondere an dem Unterricht ist, dass es eine sehr alte chinesische Schrift ist, insofern fällt es auch den Taiwanesen schwer, dies zu schreiben.

 
Nicht so einfach aber es macht
 großen Spaß.
Jeden Freitag Kalligraphie Unterricht.

Nicht nur Tee trinken



Natur 
Taiwan hat eine sehr reiche Vegetation vorzuweisen, hier scheint beinahe alles zu wachsen.
Die Insel ist sehr grün und die Berge sind  sehr üppig bewachsen, dennoch ist es schade, dass man beim genaueren Hinsehen viele gerodete Stellen entdeckt. 









Sun-Moon-Lake












Gras mähen

Das Erlangen des Wissens, eine gute Tasse/Schale Tee zu brühen, beinhaltet nicht nur das Aufgießen an sich und vielleicht noch das Beobachten des Herstellungsprozesses. Ich bin ja auf der Suche nach dem, was den Tee wirklich ausmacht und wie viel Arbeit in einer Schale Tee steckt. Daher musste ich auch vier Tage lang Gras schneiden. Nicht einfach nur Gras; dieses Gras war bis zu 4 Meter hoch und scharf wie Schwerter. Meine Arme sahen nach den vier Tagen aus, als ritzte ich mir die Arme, da ich am ersten Tag nicht wusste, was wir wirklich machen. Denn angefangen hat es ganz harmlos mit einigem „Unkraut“, was nicht höher als einen halben Meter war, daher hatte ich nur T-Shirts mitgenommen. Zu allem Ärger regnete es auch die ersten beiden Tage ununterbrochen, was uns nicht von der Arbeit abhielt. Die nächsten beiden Tage waren sehr heiß, durch das hohe Gras gab es allerdings ausreichend Schatten. 


Der Lärm der Motorsense hatte etwas die angenehme Bergstille gestört und die harten Gräser waren sehr widerspenstig, dennoch war nach vier Tagen eine große Fläche gerodet.  Das geschnittene Gras dient, ganz im Sinne von Bio, an Ort und Stelle als Dünger und wird erst gar nicht entfernt. Leider war es erst nach fast getaner Arbeit möglich, ein Bild zu machen.