Donnerstag, 18. April 2013

GABA-tea


Das erste Mal konnte ich bei der Herstellung eines Tees von der Pflückung (was allerdings philippinische Pflückerinnen übernahmen) bis zum versandfertigen Verpacken dabei sein.
Ich kannte vorher den GABA-Tee nicht aber er ist wohl einer der gesündesten Grünen Tees aufgrund seines sehr hohen Gehaltes an Gamma–Aminobutyrik–Acid. Deren Hauptfunktion ist die Unterdrückung des Abschusses von Neuronen im Gehirn. GABA-Tee ist eine 100 %ig natürliche Quelle der Aminosäure und ein wesentlicher  Bestandteil der Ernährung in Asien.
Diesem Tee werden eine Vielzahl an gesundheitsfördernden und heilenden Wirkungen nachgesagt. Blutdrucksenkung, Vorbeugung von Krämpfen, Dysphorien und Arrhythmien und Regulierung der Hormonbildung. Verbessert den Blutkreislauf im Gehirn und erhöht die Sauerstoffsättigung in den Zellen desselben.

Nachdem wir also die Teeblätter morgens von dem in Nebel gehüllten Teefeld in den Bergen, ca. 800 Meter, in Empfang genommen hatten, wurden diese in der Lagerhalle, an dem Feld angrenzend, unter ständigem Wenden und Lüften, getrocknet (siehe unten).
Am nächsten Tag haben wir die Blätter abgeholt und vakuumverschweißt. Nun mussten sie 10 Stunden ruhen. Ruhen stimmt eigentlich nicht, da der Trick beim GABA-Tee ist, dass der Tee unter Sauerstoffabschuss fermentiert, im Unterschied zu normalem Oolongtee, der nur oxidiert. Nach 10 Stunden wurde er erneut gelüftet und gelockert, um dann wieder vakuumiert zu werden. Das passiert 3 mal.

Halbvermentierte Blätter
Nach der Fermentierung beginnt wieder ein Trocknungsprozess. In einer Trommelmaschine werden die Blätter bei ca. 180°C getrocknet, um dann zwei Tage an der Luft weiterzutrocknen. In dieser Zeit findet außerdem ein sehr wichtiger weiterer Prozess statt; die Blätter welken. Nach 2 Tagen kommen sie wieder in den Trommeltrockner, um dann wieder an der Luft zu trocknen und zu welken. Den Abschluss bildet der Prozess des Rollens, wobei auch das endgültige Trocknen vorangetrieben wird und den ganzen Tag in Anspruch nimmt. Insgesamt sind allerdings nur ca. 100 kg bei einer Woche Arbeiten und Warten herausgekommen.

rolling process
Fertiger GABA, nach einer Woche Arbeit.
Der fertige GABA in der Einzelansicht.

Dienstag, 16. April 2013

Taiwan Impressionen

 
Puli bei Nacht






Bambussprossen sind schlecht im Teefeld sehr lecker
zum Abendessen.























Zwei von vielen Schritten bei Herstellen von GABA-Tee,
eine Art des Oolongtees (fermentiert unter O2 Ausschluß).
 

DieTeeverkostung




Mitte: Teemeister KC, re.: Katie Yen

Katie Yen bei der Teeprobe

Am letzten Abend mit meinem Teelehrer und seiner Frau besuchten wir „running Sushi“ mit Shinkansen. Eine sehr gut gefüllte und große Circlesushibar. Wie überall in Japan, wo sich viele Menschen treffen, war es viel zu laut. Neben den Geräuschen, die die vielen Menschen machen, gibt es zusätzlich noch Gongs und Bings ohne Ende.


Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie in Japan auf engem Raum und ohne viel aufdringlichem Personal alles so wunderbar funktioniert.
Neben den Sushitellern, die auf dem Circle an den Tischen vorbeifahren, gibt es über jedem Tisch einen Bildschirm mit dem kompletten Menü. Über den Touchscreen können die Speisen oder Getränke bestellt werden, die sich gerade nicht auf dem Laufband befinden oder von denen man denkt, dass Sie auf Bestellung frischer ankommen. Nach wenigen Minuten kommt auf einem über dem Laufband befindlichem Gleis, der Sushishinkansen mit dem Bestellten angefahren und hält genau an dem Tisch, von dem aus bestellt wurde. Suppen oder Getränke werden von der Bedienung an den Tisch gebracht.




Des weiterem befindet sich am Tisch ein Hahn, aus dem kochendes Wasser für den am Platz befindlichen Pulvertee kommt. Alle Gewürze, die man braucht, sind am Tisch und in Armes Reichweite befinden sich Plastikschachteln, in die man die vielleicht zuviel bestellten Speisen mit nach Hause nehmen kann. Alles ist in ausreichender Zahl vorhanden und lässt keine Wünsche übrig.


Um Kosten zu sparen und weil ich nicht unbedingt ein Hotelzimmer brauche, habe ich mich in einem Kapselhotel einquartiert, was eine gute Idee war, denn Isamus Party ging doch sehr lange und so habe ich nur für wenige Stunden Schlaf in meiner Kapsel verweilt, da ich um 4 Uhr wieder aufgestanden bin, um am nächsten Tag nach Taiwan aufzubrechen.

Sonntag, 14. April 2013

In Taiwan

In Taipeh gab es erst einmal Probleme, da ich mit dem öffentlichen Fernsprecher nicht klargekommen bin. Eine Mitarbeiterin einer Autovermietung half mir weiter, indem sie das Telefonat von ihrem Apparat aus führte.
Gegen 16 Uhr wurde ich dann aus Taishung abgeholt und in die kleinere Stadt gefahren, von der ich den Namen noch nicht rausbekommen habe.

Taiwan ist um so vieles anders als Japan.
Schuhe werden nicht unbedingt ausgezogen und insgesamt ist es bei weitem nicht so sauber wie in Japan.
Dafür herrscht auch eine gewisse Lockerheit, die mir sehr sympathisch ist.

Die Begrüßung meiner Gastfamilie ist sehr herzlich gewesen und auch die siebenjährige Tochter hat nach einiger Zeit mit mir gesprochen, auch wenn ich sie nicht verstehe.
Da es noch am Anfang der Teesaison ist, gibt es noch nicht richtig viel zu tun.
Nachdem ich mein Quartier in einem in der Tee befindlichen Wohnraum bezogen habe, gab es einen Ausflug zu einem der Teegärten. Bei meiner Ankunft weilte schon eine Australierin als Besucherin hier und so fuhren wir zu dritt zum „wilden Teegarten“.
Zwischen Palmen und Orangenbäumen sind Teebüsche gepflanzt. Unkraut Beseitigung gibt es nicht und dennoch ist dieser Garten wohl sehr ertragreich. Auch gibt es zwischendurch ein paar Annanaspflanzen, alles wie es die Natur vielleicht auch machen würde. Neben dem Teegarten wachsen sogar einige Kaffeesträucher, die aber nur für den Eigenbedarf bestimmt sind.

Am nächsten Tag gab es ein wenig Arbeit, das rollen von Teeblätter, was sich total von der japanischen Methode unterscheidet. In Taiwan wird eher Weisser-, Gelber-, Oolong-, Roter- (was dem europäischen Schwarzen Tee entspricht), oder Schwarzer- (welcher bei uns als puer oder puher Tee bekannt ist) Tee produziert. Zum Beispiel gibt es überhaupt kaum das Dämpfen der Blätter, durch welches der Oxidationsprozess aufgehalten wird. Die Blätter werden im Ganzen bzw. sogar mehrere Blätter am Stiel und in gröberen Rollingmaschinen verarbeitet oder an der Luft gewelkt bzw. anschließend gibt es noch einige andere Verarbeitungsstufen, jenachdem welcher tee am Ende entstehen soll.

Die frischen Blätter werden gerollt, kann 1h dauern.
Am 11. April ging es schon um 6 Uhr los zu einer entfernten, in den Bergen liegenden Teeplantage. Das Wetter war sehr schlecht und so zogen dicke Nebelschwaden durch die Berge und Gärten, was das Fotografieren sehr erschwerte. Eigentlich dachte ich, dass wir zur Teeernte fahren und ich nun Teeblätter von den Sträuchern pflücken werde. Zur Teeernte fuhren wir auch, nur dass die Pflückerin schon fleißig vor Ort waren und wir das Ergebnis ihrer Arbeit abholten und in die zweite Fabrik in den Bergen brachten. Dort verbrachten wir den ganzen Tag mit dem trocknen der Blätter. Das trocknen geschieht eigentlich allein nur müssen die Blätter ständig gewendet werden und dass machten wir bis 22 Uhr. Ich glaube es dauerte auch deswegen solange, weil es eben sehr feucht an diesem Morgen war und am Tage noch der regen hinzukam.
 

    Teefelder in den Bergen.                      Pflückerin bei der Arbeit im Nebel.                 Trocknen des Tees.

Dies alles ist Handarbeit, es werden bei der verarbeitung nur sehr wenige Maschinen benutzt und es ist BIOTEE!! 

Der taiwanesische Teemeister aus Puli.