Tokyo
Nach einem herzlichen
Empfang der Mutter meines Freundes habe ich sie bei ihren Besorgungen begleiten
dürfen, was mir die Zeit sehr verkürzte, bis wir Isamu und seine neue Familie
empfingen.
Am nächsten Abend gab es
eine kleine Party für Isamus Schulfreunde.
Am 31. März war dann die
zeremonielle japanische Trauung im Schrein seiner Geburtsstadt, wobei auch die
Schwiegereltern die Ehre hatten, in traditionelle Kleidung aus Seide gesteckt
zu werden.
Ishinomaki
Am nächsten Morgen
trennten wir uns und ich fuhr zu meinem australischen Freund Richard, der für
ein Jahr als Künstler in Japan wohnt und nun in Ishinomaki seine Ausstellung
vorbereitete.
2011 war ich zwei Monate
nach dem Tsunami mit meinem Teepartner auf unserer Tour, um einige Hilfspakete
in den Norden zu bringen, schon einmal dort (siehe unten).
Seither sind die Trümmer
gänzlich von den Straßen verschwunden und dennoch erinnert noch vieles an diese
schreckliche Katastrophe. Nicht nur, dass es eine gespenstische Leere an diesem
Ort entlang des Flusses gibt, wobei man noch die einzelnen Grundstücksgrenzen
sehen kann. Vereinzelt stehen noch verlassene oder zerstörte Häuser. Der Plan
ist wohl, dieses Gebiet innerhalb von 2 Jahren zu räumen. Meine Hoastfamilie
meinte, dass sie in 2 Jahren umziehen werden, da das Haus abgerissen wird. Nach
den jetzigen Plänen soll entlang des Flusses eine 14 Meter hohe Mauer gebaut
werden. Allerdings sind diese Pläne glücklicherweise noch in der Diskussion.
Aber es gibt auch einiges
Innovatives, wie dieses temporäre Cafe.
Nach 2 Tagen Ishinomaki
ging es wieder nach Tokyo, wo ich meinen Teepartner traf und wir zusammen eine
Restaurantmesse besuchten, um neue Teepartner zu finden. Während wir in der
Messe umherwanderten, braute sich in Tokyo ein Taifun zusammen. So einen
starken Wind habe ich das erste Mal erlebt und war froh, dass ich meinen
schweren Rucksack auf dem Rücken hatte. Viele versuchten, sich mit Schirmen
gegen den Regen zu schützen, doch die meisten Schirme landeten zerbrochen im
Strassengraben.
Nach Tokyo / Shizuoka / Hamamatsu / Uji
Die Messe war der Auftakt
zu unserer kleinen Teetour. Von Tokio aus fuhren wir nach Hamamatsu. Hier
besuchte ich bereits 2011 den Teegarten, in dem unser „Sky Dragon“ angebaut
wird. Nun sind wir auf der Suche nach Biotees. Unser Partner, Herr Osada,
stellte uns einen von über vierzig Biobauern der Kooperative vor. Herr Uno war
noch vor 4 Jahren Mathematiklehrer, entschloss sich dann aber, in das
Förderprogramm der Regierung einzusteigen und Farmer zu werden. Die Regierung fördert
die Agrarkultur in den Bergen, um gleichzeitig das Abrutschen der Berghänge zu
verhindern. Herr Uno düngt mit Erdnussschalen, Fischgräten und Hühnerkot.
Vielleicht nicht so lecker aber 100% Bio.
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| Herr Uno auf seinem Bio-Teefeld |
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| junge Teeblätter des Koshunbusches |
In Nishio waren wir in
eine Bio-Matchafabrik eingeladen. Dort durften leider keine Fotos gemacht
werden. Dafür konnte ich unser sehr schmackhaftes Mittagessen ablichten.
Und überall Sakura.
Endlang unseres Weges gab
es immer wieder schöne Blicke auf blühende Kirschbäume und darunter sitzende
Menschen, die Hanamie zelebrierten, was aber nicht heißt, dass keiner mehr
arbeitet.
Am späten Abend kamen wir
in Uji an und fuhren nach einem taiwanischem Essen ins Badehaus.
In Uji verweilte ich 2
Tage und bin nun über Tokyo, wo die nächste Party für Isamus japanische
Kollegen stattfindet, auf dem Weg nach Taiwan.











