Samstag, 6. April 2013

Japan 2013

Tokyo

Nach einem herzlichen Empfang der Mutter meines Freundes habe ich sie bei ihren Besorgungen begleiten dürfen, was mir die Zeit sehr verkürzte, bis wir Isamu und seine neue Familie empfingen.
Am nächsten Abend gab es eine kleine Party für Isamus Schulfreunde. 
Am 31. März war dann die zeremonielle japanische Trauung im Schrein seiner Geburtsstadt, wobei auch die Schwiegereltern die Ehre hatten, in traditionelle Kleidung aus Seide gesteckt zu werden.
Ishinomaki
Am nächsten Morgen trennten wir uns und ich fuhr zu meinem australischen Freund Richard, der für ein Jahr als Künstler in Japan wohnt und nun in Ishinomaki seine Ausstellung vorbereitete.
2011 war ich zwei Monate nach dem Tsunami mit meinem Teepartner auf unserer Tour, um einige Hilfspakete in den Norden zu bringen, schon einmal dort (siehe unten).
Seither sind die Trümmer gänzlich von den Straßen verschwunden und dennoch erinnert noch vieles an diese schreckliche Katastrophe. Nicht nur, dass es eine gespenstische Leere an diesem Ort entlang des Flusses gibt, wobei man noch die einzelnen Grundstücksgrenzen sehen kann. Vereinzelt stehen noch verlassene oder zerstörte Häuser. Der Plan ist wohl, dieses Gebiet innerhalb von 2 Jahren zu räumen. Meine Hoastfamilie meinte, dass sie in 2 Jahren umziehen werden, da das Haus abgerissen wird. Nach den jetzigen Plänen soll entlang des Flusses eine 14 Meter hohe Mauer gebaut werden. Allerdings sind diese Pläne glücklicherweise noch in der Diskussion.  
Aber es gibt auch einiges Innovatives, wie dieses temporäre Cafe.
Nach 2 Tagen Ishinomaki ging es wieder nach Tokyo, wo ich meinen Teepartner traf und wir zusammen eine Restaurantmesse besuchten, um neue Teepartner zu finden. Während wir in der Messe umherwanderten, braute sich in Tokyo ein Taifun zusammen. So einen starken Wind habe ich das erste Mal erlebt und war froh, dass ich meinen schweren Rucksack auf dem Rücken hatte. Viele versuchten, sich mit Schirmen gegen den Regen zu schützen, doch die meisten Schirme landeten zerbrochen im Strassengraben.
Nach Tokyo / Shizuoka / Hamamatsu / Uji
Die Messe war der Auftakt zu unserer kleinen Teetour. Von Tokio aus fuhren wir nach Hamamatsu. Hier besuchte ich bereits 2011 den Teegarten, in dem unser „Sky Dragon“ angebaut wird. Nun sind wir auf der Suche nach Biotees. Unser Partner, Herr Osada, stellte uns einen von über vierzig Biobauern der Kooperative vor. Herr Uno war noch vor 4 Jahren Mathematiklehrer, entschloss sich dann aber, in das Förderprogramm der Regierung einzusteigen und Farmer zu werden. Die Regierung fördert die Agrarkultur in den Bergen, um gleichzeitig das Abrutschen der Berghänge zu verhindern. Herr Uno düngt mit Erdnussschalen, Fischgräten und Hühnerkot. Vielleicht nicht so lecker aber 100% Bio.
Herr Uno auf seinem Bio-Teefeld
junge Teeblätter des Koshunbusches
In Nishio waren wir in eine Bio-Matchafabrik eingeladen. Dort durften leider keine Fotos gemacht werden. Dafür konnte ich unser sehr schmackhaftes Mittagessen ablichten.
Und überall Sakura.
Endlang unseres Weges gab es immer wieder schöne Blicke auf blühende Kirschbäume und darunter sitzende Menschen, die Hanamie zelebrierten, was aber nicht heißt, dass keiner mehr arbeitet.

Am späten Abend kamen wir in Uji an und fuhren nach einem taiwanischem Essen ins Badehaus.
In Uji verweilte ich 2 Tage und bin nun über Tokyo, wo die nächste Party für Isamus japanische Kollegen stattfindet, auf dem Weg nach Taiwan.

  
 
 

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