Sonntag, 26. Juni 2011

Teefabrik und -feld


Mein erster Arbeitstag war nun Sonntag, der 22. Mai.
In der Fabrik wird der gedämpfte und getrocknete Tee, Aratcha, angeliefert, um zum trinkfertigen Tee verarbeitet zu werden.  


Zuerst wird dieser durch einen Separater geschickt, der die reinen Teeblätter von Stielen und Blattfasern trennen soll. Der Unrat wird durch einen weiteren Separater geschickt, der durch Farbanalyse noch einmal die grünen Teeblätter herausfiltern kann.
Die Teeblätter werden dann durch eine Siebrüttelmaschine, die mir wegen ihrer einfachen Konstruktion fast hundert Jahre alt scheint, in große und kleine Anteile getrennt. Die großen Blätter kommen in die Schneidemaschine. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis alle Teeblätter die richtige Größe haben. Alsdann wird wieder separiert. Diesmal wird der „Tee“ vom Teestaub in zwei verschiedene Stufen getrennt.
Manchmal reicht es dann mit der Verarbeitung aber meistens wird der Tee noch einmal stark erhitzt, um einen intensiveren Geschmack zu erzeugen. Nun kommt noch das Blending und nun ist der Tee wirklich versandfertig. Aber noch ist die Arbeit nicht getan. Die Kleinteile und der Teestaub werden wieder getrennt und gesiebt. Letztendlich werden aus dem angelieferten Aratcha fünf verschiedene Teevarianten gewonnen, wobei der Blatttee 70 bis 80% ausmacht und der eigentliche Gewinnbringer ist. Je höher der Restanteil ist, desto niedriger der Gewinn aus dem gekauften Aratcha.
Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend und wird von zwei Personen bewerkstelligt, meinem direkten Mitarbeiter und mir. Der Chef ist für den Einkauf auf Auktionen, dem Blending, Testen und dem Verkauf zuständig. Ab und zu arbeiten noch seine Frau und eine weitere Mitarbeiterin mit, um die Kleinverpackungen zu verarbeiten. Der größte Teil geht in 5, 20 oder 30kg Abpackungen raus. Aber einige Läden in der Gegend bekommen 50 und 100g Verkaufsverpackungen. Im Gegensatz zu meinem Mitarbeiter und dem Chef, die jetzt in der Hochsaison der ersten Ernte des Tees um 7 Uhr anfangen, muss ich erst um 8 Uhr da sein.

Am 24. Mai habe ich nach der Mittagspause dem Vater auf dem Teefeld bei der Ernte geholfen.

Zwei Teebauern bei der Pause.

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